Einen guten Pflichtverteidiger finden? Einige Tipps und Ratschläge dazu

Einen guten Pflichtverteidiger finden – das ist nicht immer einfach. Nicht jeder, der einen Pflichtverteidiger sucht, hat Erfahrung mit Rechtsanwälten oder gar mit der Strafjustiz. Und nicht jeder hat Freunde oder Bekannte, die ihm einen Strafverteidiger empfehlen können. Dann stellt sich natürlich die Frage, wie man einen guten Strafverteidiger bzw. Pflichtverteidiger findet. Denn klar ist, dass vom Ausgang des Strafverfahrens sehr viel abhängen kann – niemand möchte dann von einem Anwalt verteidigt werden, der eigentlich kaum einmal strafrechtliche Fälle bearbeitet hat und auch sonst wenig Erfahrung hat.

Natürlich ist die Frage, wie man einen guten Pflichtverteidiger findet, genauso schwierig zu beantworten wie etwa die Frage, wie man einen guten Arzt findet. Doch einige Hinweise lassen sich schon geben, und tatsächlich ist die Suche nach dem richtigen Anwalt mit der Suche nach dem richtigen Arzt durchaus vergleichbar. Denn in beiden Professionen gelten Erfahrung und Spezialisierung als wichtiges Qualitätskriterium.

Einen guten Pflichtverteidiger finden? – Erfahrung und Spezialisierung

Einen guten Pflichtverteidiger finden?

Pflichtverteidiger? Suchen Sie nach Erfahrung und Spezialisierung

Ebenso wie Ärzte sind auch viele Rechtsanwälte spezialisiert. In der Regel macht es Sinn, sich den Anwalt anhand dieser Spezialisierung auszusuchen. Denn genauso wenig, wie man mit Kniebeschwerden zum Internisten geht, sollte man mit einem strafrechtlichen Problem zu einem Rechtsanwalt gehen, der sich ausschließlich auf das Mietrecht spezialisiert hat. Und auch dann, wenn man früher von einem Anwalt erfolgreich in einer Mietsache oder in einem Arbeitsrechtsverfahren vertreten wurde, sollte man gut überlegen, ob der Anwalt auch für ein Strafverfahren der richtige Anwalt ist.

Fachanwalt für Strafrecht

Für den Mandanten, der einen Pflichtverteidiger sucht, ist es schwer, herauszufinden, welcher Anwalt Erfahrung in der Strafverteidigung hat. Ein wichtiger Anhaltspunkt kann hier der “Fachanwalt für Strafrecht” sein. Diese Bezeichnung wird einem Anwalt von der Rechtsanwaltskammer verliehen, wenn der Anwalt nachweisen kann, dass er besondere theoretische und praktische Erfahrung im Strafrecht hat. Der Anwalt muss dabei vor allem nachweisen, dass er mindestens 60 strafrechtliche Mandate selbst bearbeitet hat und an wenigstens 40 Verhandlungstagen vor dem Schöffengericht teilgenommen hat. Damit ist die Bezeichnung Fachanwalt zwar keine Garantie dafür, einen “guten” Anwalt gefunden zu haben, aber immerhin ein erster Hinweis auf vorhandene Erfahrung und Schwerpunktsetzung. Wenn Sie also einen guten Pflichtverteidiger finden wollen, dann kann es sich empfehlen, nach einem Fachanwalt für Strafrecht zu suchen.

Das Wichtigste: Vertrauensverhältnis zwischen Mandant und Anwalt

Der beste Anwalt nützt nichts, wenn die Chemie zwischen Mandant und Anwalt nicht stimmt. Wichtig ist es deshalb, dass Sie mit Ihrem Anwalt sprechen, bevor Sie ihn beauftragen. Denn für eine erfolgreiche Strafverteidigung muss zwischen dem Anwalt und dem Mandanten ein Vertrauensverhältnis bestehen. Die Entscheidung, ob Sie Ihrem Anwalt vertrauen oder nicht, können Sie nur selbst treffen.